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elche sind das neue sylt

Keine Regel gegen die Ausnahme

Ein Jugendlicher betritt seine alte Schule und erschießt 15 Menschen. Er ist 17 Jahre alt.

So unwahrscheinlich eine solche Tat erscheint, so voraussehbar die Debatte, die sich daran anschließt. Was kann man tun, um solche Taten in Zukunft zu verhindern? Einige meinen die Antwort längst zu wissen: Schärfere Gesetze.

Gerade zwölf Stunden waren nach der schrecklichen Tat vergangen, da wurde bei Hart aber fair wieder die altbekannte Frage gestellt, ob denn das Killerspiel nicht Schuld sei und ob man es denn nicht endlich verbieten müsse, das Killerspiel. Da war sie wieder, die Gattung, die so nur im medialen Diskurs existiert und einer klaren Definition entbehrt.

Thüringens Innenminister Karl Heinz Gasser (CDU) jedenfalls ist überzeugt davon, dass Killerspiele Täter „fit“ machen, während CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt vor den Tendenzen der gesellschaftlichen Verrohung warnt. Gleichzeitig wird gefragt, ob nicht schärfere Waffengesetze nötig seien, ob Schüler nur noch mit Chipkarten Zugang zu Schulgebäuden erhalten sollten oder ob man Schulen nicht gleich mit Metalldetektoren ausrüsten müsste.

So nachvollziehbar diese Fragen im ersten Moment nach einer grausamen Tat wie der von Winnenden sein mögen, aber welchen Effekt hat ein verschärft formulierter Paragraph x, Absatz y auf einen Menschen, der sich in seiner Verzweifelung dazu entschließt zu töten – auch sich selbst? Es gibt Dinge, die gehen zu tief, als dass man sie mit bloßer Rechtsprechung lösen könnte. Was nicht heißt, dass man nicht über die Problematik nicht sprechen sollte. Es kann nur keine allgemein wirksame Regel gegen derartige Ausnahmen geben.

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Einsortiert unter:Das Politische

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